OIS nutzt eine bewegliche Linse oder einen beweglichen Sensor, um Verwacklungen physisch auszugleichen und Fotos sowie Videos zu schärfen. Essenziell für Aufnahmen bei wenig Licht und gezoomte Videos.
OIS-Mechanismus: ein Gyroskop erkennt das Verwackeln, dann verschiebt ein Schwingspulenmotor entweder die Linsenelemente oder den gesamten Sensor zum Ausgleich. Das erlaubt 2–4 Blendenstufen längere Belichtungszeit (z. B. 1/15 s freihand statt 1/120 s).
OIS-Typen: Lens-Shift-OIS: eine oder mehrere Linsengruppen bewegen sich. Leichter, am verbreitetsten. Sensor-Shift-OIS: der gesamte Sensor bewegt sich auf einer Plattform. Wirkt auf alle Brennweiten gleich, in Premium-Smartphones (iPhone 15 Pro Max, Pixel 9 Pro XL). Effektiver, aber teurer.
OIS-Vorteile: - Wenig Licht: ermöglicht Freihandaufnahmen bei 1/15 oder 1/30 ohne Unschärfe, wo ohne OIS 1/60 oder 1/120 nötig wäre. - Video: eliminiert Ruckeln beim Gehen/Schwenken, professionelle Stabilisierung ohne Gimbal. - Zoom: stabilisiert das Tele, das Verwacklungen verstärkt (2× Zoom = 2× Verwacklung).
OIS-Stromverbrauch: minimal (kontinuierliche Gyro-Abfrage + gelegentliche Motorimpulse), <5 mA im Betrieb.
Grenzen: OIS kann extreme Bewegungsunschärfe (schnelles Schwenken) nicht stoppen und keine Tiefenunschärfe durch eine kleine Blende verbessern.
Elektronische Stabilisierung (EIS) ist softwarebasiert: sie beschneidet das Bild und verschiebt Frames zur Bewegungsausrichtung. Weniger effektiv als OIS, aber alle Smartphones haben sie; OIS + EIS kombiniert („Hybridstabilisierung“) liefert das beste Ergebnis.
Wann OIS priorisieren: Tele-Zoom der Hauptkamera, Videografie bei wenig Licht, Astrofotografie. Nicht essenziell für Tageslicht-Standfotos (schnelle Verschlusszeiten verfügbar).