LDAC ist Sonys drahtloser Audio-Codec, der bis zu 990 kbit/s über Bluetooth überträgt — das Dreifache der Standard-SBC-Rate — und auf unterstützten Geräten nahezu Hi-Res-Audioqualität ermöglicht.
LDAC ist Sonys proprietärer Bluetooth-Codec für hochwertiges Audio-Streaming. Er arbeitet in drei Bitratenmodi: 330 kbit/s (geringe Bandbreite / Interferenzausgleich), 660 kbit/s (ausgewogen), 990 kbit/s (hohe Qualität). Bei 990 kbit/s überträgt LDAC 24-Bit/96-kHz-Audio drahtlos und nähert sich Hi-Res-Standards (typischerweise 24 Bit/96+ kHz). SBC (Standard-Bluetooth-Rückfallebene) nutzt nur 328 kbit/s, sodass LDAC die 3-fache Audiobandbreite erreicht.
**Wie LDAC technisch hohe Bitrate über Bluetooth erreicht:** Der maximale Durchsatz von Bluetooth EDR (Enhanced Data Rate) liegt bei ~3 Mbit/s pro Verbindung, doch nach Abzug von Protokoll-Overhead und Fehlerkorrektur sind ~1,2 Mbit/s nutzbar. LDAC nutzt eine adaptive Bitrate: Es überwacht die HF-Bedingungen und wechselt dynamisch zwischen 330/660/990 kbit/s — bei erkannter Interferenz fällt es auf 660 oder 330, um Aussetzer zu vermeiden. LDAC hat ~200 ms Ende-zu-Ende-Latenz (für Musik akzeptabel, fürs Gaming zu hoch). Frequenzgang: LDAC bei 990 kbit/s / 96 kHz erfasst alle hörbaren Frequenzen (20 Hz – 20 kHz) + Ultraschalldetails.
**Warum das für Käufer wichtig ist:** Audio-Enthusiasten mit High-End-Kopfhörern (400+ €) und Android-Geräten bemerken bei LDAC mehr Klarheit, eine breitere Klangbühne und weniger Kompressionsartefakte gegenüber AAC/SBC. Auf Einsteiger-Kopfhörern oder mit verlustbehafteter Quelle (Spotify 320 kbit/s MP3) ist die Verbesserung minimal oder unhörbar. iPhone-Nutzer können LDAC nicht nutzen (iOS unterstützt nur AAC mit 250 kbit/s). Musik-Streaming-Dienste bieten selten Hi-Res-Master (Apple Music Lossless ist eine Ausnahme), was den realen Nutzen von LDAC begrenzt.
**Worauf Sie achten sollten / häufige Fallstricke:** - LDAC erfordert ein Android-8.0+-Smartphone mit LDAC-Unterstützung (Snapdragon, Kirin, Exynos, die meisten MediaTek-Chips) - Kopfhörer müssen „LDAC-Unterstützung“ ausdrücklich angeben - Der 990-kbit/s-Modus braucht stabile HF; 660 kbit/s ist zuverlässiger - Die Musikquelle muss Hi-Res oder verlustfrei sein (FLAC, WAV); komprimiert verlustbehaftet (MP3, AAC) profitiert nicht - Im Blindtest können die meisten LDAC nicht von AAC auf Consumer-Kopfhörern unterscheiden - Akkuverbrauch: LDAC etwas höher als AAC wegen der höheren Bitrate
Praxis 2026: Sony WH-1000XM5 (volle LDAC-Unterstützung), OnePlus 12 (Snapdragon Sound, LDAC), Samsung Galaxy (je nach Region Exynos/Snapdragon, viele unterstützen LDAC), Apple iPhone 15 (kein LDAC, nur AAC), Audiophilen-Setup mit FLAC-Streaming (Tidal HiFi Plus, Qobuz) realisiert den LDAC-Vorteil.